IN DER STADT

Zur neu-gestalteten Stadtmagazin-Webseite
(seit 2010 erscheinen dort alle neuen Inhalte)

Paul Schulz-Gahmen 1930






Quellen:
Bildmaterial des Stadtarchivs Lünen
Für Lünen in den Reichstag

Paul Schulz-Gahmen, einziger Reichstagsabgeordneter Lünens, gilt als einer der größten Söhne der Stadt. Er wurde am 21. April 1867 in Gahmen als Sohn der Hoferbin Eleonora Schulze-Gahmen und des Arztes Dr. Carl Schulz geboren. In Münster besuchte er das Gymnasium bis zur Obersekunda, absolvierte dann eine Ausbildung in der Landwirtschaft und im Brennereiwesen.
Als Erbe des Schulzenhofs, nun als Gutshof bezeichnet, avancierte Schulz-Gahmen zum Vorstand des Westfälischen Bauernvereins. Im Besitz der 1875 vom Vater gegründeten Brennerei wurde er Vorsitzender des Vereins der Kornbranntweinbrennereibesitzer und Presshefefabrikanten Deutschlands.
Seit 1897 Gemeindevorsteher in Gahmen, unterstützte er die Gründung des Spar- und Bauvereins Lünen vor dem ersten Weltkrieg. Von seiner ein Jahr jüngeren Ehefrau Therese, geb. Strunk, weiß man nur, dass sie am 30. August 1917 verstarb.
Nach dem ersten Weltkrieg engagierte er sich in Lünen für die Pflege des Schul- und Kirchenwesens, war Mitglied der Handelskammer Dortmund. In leitender Funktion gehörte er auch dem Verwaltungsrat Landschaft der Provinz Westfalen an.
Über 25 Jahre war er Gemeindevorsteher, wurde anlässlich des Jubiläums am 25. März 1922 zum Ehrenbürger ernannt. Anschließend nahm er in Lünen die Gratulation zahlreicher Vereine und Institutionen entgegen. Die Gahmener bekamen erst am nächsten Tag Gelegenheit, ihn mit Ständchen und Fackelzug zu ehren.
Als Vorstandsmitglied der Zentrumspartei vertrat er von Juni 1920 bis September 1930 den Wahlkreis Westfalen-Süd im Reichstag. Dort verwendete er sich für den Bau des Lippe-Seitenkanals, brachte das Branntwein-Monopolgesetz mit auf den Weg. 1923 bewirkte er in Berlin die Eingemeindung von Breckinghausen, Gahmen und Horstmar nach Lünen, fünf Jahre später auch die Brambauers.
Nach der Eingemeindung wurde er Stadtverordneter in Lünen. Paul Schulz-Gahmen verstarb am 27. September 1941 in Münster. Er ruht auf dem Herz-Jesu-Friedhof in Lünen.
masc

Artikel von S. 15 in Ausgabe 38 (12.2007)

zum Seitenanfang | Inhaltsverzeichnis | andere Stadt / Home | Impressum

Archivierte Beiträge
Rubrik: In der StadtKulturKulinarischesSport & Freizeit
Bauen & WohnenHeiteres & BesinnlichesWissenswertes