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oben: Martin-Luther Kirche
darunter (2 Bilder): Kreuzung Waltroper Straße und Königsheide (Bildquelle Lünen und seine Stadtteile; Wartberg Verlag)
darunter (2 Bilder): Fassaden in der Waltroper Straße um 1920 (Bildquelle Lünen und seine Stadtteile; Wartberg Verlag) und heute
Historisches Brambauer

Wenige Hofgruppen bildeten die ›Braemburschop‹, als sie 1545 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Gerade 65 Einwohner zählte 1885 die zum
Amt Lünen gehörende Einöde mit Holzungen und Heideflächen. Zehn Jahre später waren es 720 Menschen, doch mit der Gründung des Steinkohlebergwerks ›Minister Achenbach‹ 1896 begann ein rapides Wachstum. 1905 kam Brambauer zum Amt Eving, wurde 1914 selbst Amtssitz, jedoch schon 1928 nach Lünen eingemeindet. 1992 zählte der Ortsteil 20.000 Einwohner, doch sein wirtschaftliches Herz, die Zeche mit sieben Schächten, einem Abbaugebiet von über fünfzig Quadratkilometern und einer Förderleistung von täglich 10.000 Tonnen, schlägt seitdem nicht mehr.

Kreuzweg in der Einöde
Das Wegekreuz von Waltroper Straße und Königsheide ist schon auf Karten aus dem 17. Jahrhundert verzeichnet. Das Eckhaus der früheren Firma Hufnagel & Wunderlich ist eines der ältesten im Ort. Bis vor fünf Jahren fand man dort auf zwei Etagen Kleineisenteile, Haushalts- und Kurzwaren. Inzwischen wäre die Firma Hufnagel 100 Jahre alt geworden.

Minister Achenbach IV
Letztes Fördergerüst in Brambauer ist Schacht IV. Erst 30 Jahre nach dem ers-ten Spatenstich 1918 wurde die Endteufe von mehr als 1.000 Metern erreicht. Schon 1968 stellte man hier die Kohleförderung ein. 1990 wurde der Schacht ab der 2. Sohle verfüllt. Vor 12 Jahren ließ der Designer Luigi Colani dann sein UFO auf dem Gerüst landen, inzwischen vom Fernsehsender Düzgün-TV genutzt. (s. Titel)

100 Jahre Evangelische Kirche
Als 1899 die Schachtanlage ihren Betrieb aufnahm, wuchs auch die Zahl der evangelischen Christen. Zunächst Brechtener Pfarrbezirk, fasste die Gemeinde am 12. März 1907 den Baubeschluss. Eingeweiht wurde die Martin-Luther-Kirche an der Brechtener Straße am 4. Juli 1909. Wieder aufgebaut 1945 steht sie seit 1986 unter Denkmalschutz. Dieses Jahr feiert die Gemeinde ihr 100-jähriges Bestehen.

Straßenbahnen in Brambauer
Seit 1904 verkehrt eine Straßenbahn-Linie vom Dortmunder Hauptbahnhof bis zur Kreuzung Brechtener Straße/Königsheide. Dort traf sie sich mit der aus Waltrop kommenden Linie 4 der Vestischen Straßenbahnen. Nach Brückensprengung im Krieg wurde deren Betrieb 1950 wieder aufgenommen, jedoch am 01. September 1957 endgültig eingestellt. Die Dortmund U 41 biegt heute in den Verkehrshof ein.

Die Achenbachschule
Im Jahre 1912 wurde die Hauptschule als Moltkeschule neben dem damaligen Feuerwehrhaus errichtet. Später beherbergte der Bau auch die Luther- und Bodelschwingh-Schule. Ihr Name ist auf den preußischen Handelsminister Heinrich von Achenbach zurückzuführen. Nach dem Krieg wurde der Südflügel ergänzt, später die Bürgerbücherei angebaut.

Das Deli-Kino
An der Waltroper Straße stand das Kino der Deutschen Lichtspiele, ein Bau im Stile der 20er Jahre. Filme wie ›Der Tiger von Eschnapur‹ aus dem Jahr 1959 wurden dort gezeigt. Wenige Jahre später wurde sein Saal zum Supermarkt umfunktioniert. Anfang der 80er-Jahre musste es einem neuen Wohn- und Ge-schäftshaus weichen. masc

Quellen:
Archivbilder und Erinnerungen:
André Walter, Erwin Meschke, Friedhelm Eschner
ZWAR, 3. Ausgabe, 1991
Dicks, Chronik ›Minister Achenbach‹, 1992
Pfr. Prenzel, Geschichte der Ev. Kirche, 2006
Pressestelle Vestische Straßenbahnen GmbH
www.brambauer.net

Artikel von S. 7 in Ausgabe 34 (04.2007)

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