WISSENSWERTES
oben: Das Folklore-Ensemble Rodnik war schon zu Gast in Iserlohn.
mitte: Die Auferstehungskathedrale
(Foto: Doris Nenast)
unten: Juri Alexejewitsch Gagarin war
sowjetischer Kosmonaut und der erste Mensch im All.






Wer waren eigentlich
die Donkosaken?

Die Donkosaken (auch: Don-Kosaken) sind eine der zahlenmäßig größten Untergruppen der Kosaken, die sich ab dem 15. Jahrhundert als Wehrbauern gegen die Tataren gebildet hatten. Sie lebten am Don und seinen Nebenflüssen. Der höchste militärische Rang bei den Donkosaken ist der eines Atamans.
Nowotscherkassk
›Hauptstadt‹ der Donkosaken, Stadt der Wissenschaft

Nowotscherkassk liegt rund 1000 km südlich von Moskau auf einem Hügel, der auf drei Seiten vom Akssai und Tuslow umströmt wird. Die Stadt wurde 1805 als Hauptstadt der Don-Kosaken gegründet. Deren ursprüngliche Heimat, Tscherkassk (heute Starotscherkassk), war oftmals von Überschwemmungen heimgesucht worden. Deshalb beschloss Kosakenführer Matwei Iwanowitsch Platow, eine neue Stadt unter dem Namen Nowotscherkassk (Neu-Tscherkassk) zu errichten. Hier hatte der frei gewählte Nakasnoi Ataman, das Oberhaupt aller Donkosaken, seinen Sitz. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts besaß Nowotscherkassk zwei bedeutende Jahrmärkte und war Handelszentrum, besonders für Ge-treide, Wein, Holz und Drogeriewaren.
Heute ist ›Nowo‹ (ca. 200.000 Einwohner) auf dem Weg in den Westen. Mittlerweile gibt es viele Geschäfte, Diskotheken und Cafés, die durchaus mit deutschen Verhältnissen konkurrieren können. Die zahlreichen historischen Prachtbauten, die in der Ära des Kommunismus stark vernachlässigt wurden, werden seit einigen Jahren aufwändig restauriert: Triumphbögen, errichtet zu Ehren der aus der Völkerschlacht bei Leipzig 1814 siegreich zurückkehrenden Kosaken, breite Boulevards, der Atamanen-Palast und vor allem die mächtige Auferstehungs-Kathedrale, die drittgrößte Kirche Russlands. Sie steht auf dem höchsten Punkt der Stadt und wurde 1890 bis 1905 durch den Architekten Jatschmko als erste größere Stahlbetonkonstruktion im südlichen Teil Russlands erbaut. Zurzeit fasst sie etwa 5000 Gläubige. Doch nicht nur in geschichtlicher Hinsicht hat Nowotscherkassk einiges zu bieten. Wegen seiner zahlreichen Hochschulen und Institute wird sie auch ›Stadt der Wissenschaft‹ genannt.
Seit 1990 ist Nowotscherkassk Partnerstadt von Iserlohn. Um die Verständigung und Freundschaft zwischen Russen und Deutschen kümmert sich das Iserlohner Städtepartnerschaftskomitee, das bei einer Reihe von Reisen und Projekten organisatorische wie finanzielle Unterstützung leistet. So konnte sich vor allem auf kulturellem und kirchlichem Gebiet trotz der großen Entfernung von 3400 km ein reger Austausch entfalten. Chöre, Folklore-Ensembles und Künstler besuchen sich regelmäßig in ihren Städten. Intensive Kontakte werden auch zwischen der Universität in Nowotscherkassk, einer der größten im Nordkaukasus-Gebiet, und der Fachhochschule Südwestfalen gepflegt. Erst im letzten Jahr reisten Iserlohner Bürger zum Russisch-Kurs nach Nowotscherkassk. Russische Handwerker kamen im Rahmen von Praktika und Fortbildungen nach Iserlohn. Und auch sportliche Begegnungen finden immer wieder statt.

Ansprechpartner in Iserlohn ist der Partnerschafts-Beauftragte im Rathaus, Matthias Quaschnik, Tel. 0 23 71 / 2 17-11 21

Artikel von S. 13 in Ausgabe 8 (07.2009)

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