Editorial

Editorial 11.2011

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Erika Killing-Overhoff Verlagsleitung, Antje Dittrich stellv. Verlagsltg.

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Zum 13. Mal schreibe ich jetzt für das Stadtmagazin Witten in der Weihnachtsausgabe das Editorial. Meist war darin die Rede von der gemütlichen, fröhlichen, beschaulichen oder hektischen Zeit, von lu-
kullischen Genüssen, verführerischen Düften und Kerzenschein, von Kindheitserinnerungen, von diesen ganz besonderen Tagen, die so erfüllt und ein Höhepunkt im Jahresablauf sind, die dazu verleiten, das Jahr zu reflektieren und die guten und weniger guten Zeiten und Zwischenfälle noch einmal zu überdenken.

Heute möchte ich mich an diejenigen Mitmenschen wenden, die nur froh sind, wenn die ganzen Feiertage vorbei sind, nicht, weil es ihnen zuviel wird mit dem Koch-, Back-, Einkaufs- und Besuchsmarathon, sondern weil sie sich ganz veränderten Umständen stellen müssen, weil sie vielleicht einen geliebten Menschen in diesem Jahr verloren haben und nichts mehr so ist wie es war. Weihnachten ist mit Liebe und engem Zusammensein verbunden. Das muss jetzt ganz neu sortiert werden. Lichterketten, Weihnachtsmänner, Jingle Bells und White Christmas werden zum Gräuel. Die Blickrichtung ist eine andere geworden, die Galaxie ist verschoben und Trost gibt es nicht. Auch wenn Sie nicht ganz allein sind, wenn sich ein Arm um Ihre Schulter legt, wenn aber der oder die eine nicht da ist und niemals wiederkommt, so stellt das einen Akt dar, der sicher zu den schwersten gehört, der uns im Leben aufgebürdet werden kann. Es gleicht einer Wanderung in einem ganz tiefen Tal, Sie werden von der Dunkelheit und den hohen Felswänden fast erschlagen. Auch wenn man es nicht zu glauben vermag, es geht eine ganze Weile immer noch weiter abwärts. Erst dann, wenn der tiefste Punkt – weit unter NN – erreicht ist, wird es ganz langsam wieder einen Aufstieg geben und das Licht, was die Tiefe völlig verschluckt hat, wird zögernd wieder aufflackern, dann behutsam leuchten.

Ob es irgendwann wieder strahlen wird?
Weihnachten ist der Geburtstag von Jesus, den feiern wir. Vielleicht, wenn Sie es schaffen, sprechen Sie ihn doch einmal an. Erzählen Sie ihm von Ihrer Traurigkeit, Ihrer Sehnsucht, die nicht mehr gestillt werden kann, Ihrem Leid, das Ihnen das Herz zerreißt. Das Gebet wird Ihnen Ihren Schmerz nicht nehmen, aber Sie können ihn teilen, ein Stückchen davon abgeben und dafür unter Tränen danken.

Ich wünsche Ihnen sehr, dass Sie diese Zeit durchstehen – irgendwie – und dann mit neuer Kraft und Stärke daraus hervorgehen.

Alle Gute für Sie und für Sie und ganz besonders für SIE.

Herzlichst Ihr
Correctum-Verlag
E. Killing-Overhoff

Artikel von S. 3 in Ausgabe 76 (11/2011)