Editorial

Editorial 05.2011

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Erika Killing-Overhoff Verlagsleitung, Antje Dittrich stellv. Verlagsltg.

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Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, so fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir
Psalm 23

Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will.
Dietrich Bonhoeffer
 
Jedes Leben beginnt mit der Geburt und endet mit dem Tod – ohne Ausnahme. Das Erstere finden wir ganz wunderschön. Doch was denkt das Baby? Es schreit. Ist es vielleicht Angst, Todesangst? Kann es sich ein Leben außerhalb des Mutterleibes gar nicht vorstellen? Es kennt die neue Welt nicht, weiß nicht, dass es neben dem Universum des Bauches noch eine andere Existenz gibt. Die Begeisterung hält sich also zunächst sehr in Grenzen. Die Umstehenden allerdings freuen sich, lächeln und begrüßen voller Liebe das kleine Wesen.
Dann das Leben hier auf unserem fantastischen Planeten mit all seinen Möglichkeiten. Wir finden das schließlich so toll, dass wir das Ende aus den Augen verlieren. Der Tod geistert zwar irgendwie als Gefahr im Hinterkopf, ist aber eigentlich etwas, das nur den anderen passiert, sich selbst nimmt man da ganz gern aus. Er steht da als Bedrohung, als Angst vor dem Unbekannten. Deshalb ist es ja besser, zu verdrängen, sich gar nicht damit zu beschäftigen, die Angelegenheit in eine Schublade zu stecken, die man möglichst gar nicht, allenfalls im Alter (wann soll das sein?) mal ein wenig öffnet. 
Wirklich?
Eigentlich fürchten wir uns ja nur vor dem, was wir nicht kennen.
Vielleicht wäre es darum ganz vernünftig, das, was wir den Tod nennen, mal etwas näher zu betrachten, damit er als Dämon entlassen werden kann. 
Aurelius Augustinus sagte: Der Tod ist die Geburt in ein neues Leben.
Das tröstet und macht Mut. Bewahrt allerdings nicht diejenigen, die zurückbleiben, vor Tränen, Trauer, Schmerz und Sehnsucht.
Möglicherweise ist dieses Kommen und Gehen besser zu bewältigen, wenn es als etwas ganz Natürliches – auch für das eigene Ego – angenommen wird und wir lernen, zu danken für die kleinen Dinge des Alltags und öfter das Klagen über Nichtigkeiten vergessen, das Hiersein zu genießen und das künftige Dortsein auch als spannendes Geschenk anzunehmen, von dem wir noch nicht genau wissen, was es für uns bereithält.
 
Genießen Sie in der Leichtigkeit der Sommersonne ein paar Gedanken, die auch in der Tiefe sehr fröhlich sein können. 
 
Herzlichst Ihr
Correctum-Verlag
E. Killing-Overhoff

Artikel von S. 3 in Ausgabe 73 (5/2011)