Kunst und Kultur

›Swing dein Ding‹

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Lassen den Funken überspringen: Rafael Pulina, Andreas Kaim, Jürgen Tolksdorf, Gastsolist Christoph Steiner (Gitarre) und Oleg Bordo (v.l.) vor einem Auftritt im Jazzclub-Lünen im April.

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Besser als mit diesem Abi-Spruch aus dem Jahr 1995 kann man das Lebensgefühl von Rafael Pulina (Schlagzeug), Andreas Kaim (Gesang), Jürgen Tolksdorf (Kontrabass) und Oleg Bordo (Piano) kaum beschreiben. Seit 16 Jahren sind die vier Herren als ›kleinste Bigband der Welt‹ auf den Bühnen der Region unterwegs. Ihre Berufung: Idee und Musik der 30er- und 40er-Jahre wiederaufleben zu lassen!

»Wenn man mit dem Herzen dabei ist, kann man absolut jedes Lied swingen, selbst Stücke von den Beatles oder Billy Joel!«, erklärt Rafael Pulina. Er hatte den Rhythmus schon im zarten Alter von 13  im Blut, allerdings schlug sein Herz damals eher für ACDC. »Leider war die Rockgruppe der Musikschule bereits voll, also steckte mein Schlagzeuglehrer mich in die Bigband.« Was der Spross damals nicht ahnte: Auch seine späteren Bandkollegen Andreas Kaim und Jürgen Tolksdorf hatten hier Jahre zuvor ihr musikalisches Handwerk von der Pike auf gelernt.

13. Oktober 1995: Im Städtchen an der Lippe wird der Jazzclub-Lünen ins Leben gerufen. Im selben Jahr beschließen drei Musiker, die sich aus der heimischen Szene kennen, ein Swing Quartett zu gründen. Was ihnen neben Schlagzeug, Gesang und Kontrabass noch fehlt, ist ein guter Pianist. Also geben sie eine Annonce auf: ›Kleinste Bigband der Welt sucht Pianiseur. Groove doch mal an!‹ Es meldete sich Oleg Bordo, Diplom-Pianist und -Posaunist aus der Ukraine, der Mann mit dem absoluten Gehör. »Er ist unser Profi-Musiker, wir anderen haben ›anständige‹ Berufe erlernt«, schmunzelt Jürgen Tolksdorf.

Im ›echten‹ Leben arbeitet der dienstälteste Jazzer der Formation beim Finanzamt. Sein Bandkollege Andreas Kaim hat zwar eine nebenberufliche Gesangsausbildung absolviert, ist aber hauptberuflich als Verwaltungsangestellter tätig. Der jüngste im Bunde, Rafael Pulina, ist inzwischen Doktor und kommt gerade aus der Klinik. Dass sich bürgerliche Normalität und jazzige Leichtigkeit perfekt miteinander vereinbaren lassen, stellt das smarte Quartett bei Auftritten in regionalen Jazzclubs, aber auch bei Stadtfesten, privaten Feiern, Ausstellungseröffnungen etc. regelmäßig unter Beweis. Alte Standards aus den Anfängen der Swing-Ära werden ebenso auf die Bühne gebracht wie ›verswingte‹ Interpretation bekannter Rock- und Popklassiker. Und auch Fans des Blues, Samba und Bossa Nova kommen voll auf ihre Kosten.

Seit 16 Jahren spielt das RSQ in seiner vierköpfigen Stammbesetzung – im Jazz eine absolute Seltenheit! »Unsere Stücke sind für uns arrangiert, und das hört man auch! Außerdem haben wir uns ganz bewusst für ein Quartett entschieden. Wenn die Gäste z.B. bei einem Geburtstag nebenbei feiern und sich unterhalten wollen, tragen Gebläse einfach zu dick auf. Auf Wunsch der Veranstalter können wir unsere Combo aber jederzeit durch professionelle Gastmusiker erweitern.« Reizvoll ist das Repertoire des kleinen Ensembles mit dem typischen breiten Bigband-Sound übrigens auch für Jazz-Nichtkenner.

»Wir wollen keine abgehobenen Profis sein, die auf einem technisch hohen Niveau spielen und dabei ihr Publikum aus den Augen verlieren. Der Funke muss überspringen! Deshalb bieten wir anspruchsvolle Unterhaltungsmusik – zum Schnippen und Wippen für (fast) alle Lebenslagen!« Oder, um es mit den Worten von Altmeister Duke Ellington zu sagen: ›It don’t mean a thing if it ain’t got that swing‹!

The real Swing Quartett
Swing, Latin & mehr...

Jürgen Tolksdorf
0 23 06 / 6 35 93
0173 / 3 57 88 25

Konzerttermin
18.6., 20 Uhr
Kulturzentrum Werne

Artikel von S. 24 in Ausgabe 58 (4/2011)