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Interview mit einer Prinzessin

Im Gespräch mit Iris I.

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»Wir wünschen allen Jecken, Aktiven, Freunden und Bekannten eine fröhliche Session und habt viel Spaß mit uns! Helle für lau! Iris I. und Heinrich I.« (Bild: Heiko Kleemann)

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Wann hat man schon einmal die Gelegenheit für ein Rendezvous mit einer echten Hoheit? Das Stadtmagazin hatte das große Vergnügen und die Ehre, mit Prinzessin Iris I., der Hennener Karnevals-Prinzessin der Session 2009/2010 zu sprechen. Zusammen mit ihrem Mann Heinrich I. regiert sie das närrische Volk im Norden Iserlohns.

Närrische Tollitäten werden selbstverständlich nicht durch Geburt in den Adelstand erhoben, in Hennen werden sie von dem Festausschuss des Kolping-Vereins ausgewählt. »Wer das Amt bekleiden darf, sollte auf jeden Fall den Karneval mögen und ein fröhliches Gemüt besitzen«, erklärt Iris I. Vonnahme die einzigen Voraussetzungen. Bis zur Prinzen-Proklamation, die traditionell am 11.11. stattfindet, rätselt die gesamte Dorfgemeinschaft, wer die Kronen in der kommenden Session tragen wird. »Wir wussten natürlich schon vorher Bescheid«, sagt Iris Vonnahme, »die anderen Hennener muss-ten sich bis November gedulden.« Bevor die gebürtige Siegerländerin vor rund 18 Jahren mit ihrem Mann Heinrich zum ersten Mal eine Sitzung, damals noch im Haus Lehmufer, besuchte, hatte sie mit dem närrischen Treiben recht wenig am Hut. »Uns hat die Begeisterung und das Engagement der Menschen aber so gut gefallen, dass wir seitdem Stammgäste der jährlichen Prunksitzungen sind.« Auch die beiden Töchter Alina und Julia hat die Karnevalsbegeisterung der Eltern mitgerissen, sie tanzen mit Leidenschaft in den Garden des Showprogramms der Sitzungen.
Im ›wahren‹ Leben führt das Ehe-Paar Vonnahme ein Baugeschäft, jetzt werden die Freizeit und die Wochenenden ganz in das Zeichen der fünften Jahreszeit gestellt. »Wir besuchen die Aktiven, die jedes Jahr ein absolut tolles, neues Programm auf die Beine stellen, und spendieren für die Großen Sekt, für die kleinen Karnevalisten Süßigkeiten.« Der Landtag wird mit den anderen Prinzenpaaren NRWs besucht und eine Sitzung in Köln ist eine weitere, gerne angenommene Stippvisite für Iris I. und Heinrich I. Selbstverständlich wird am liebsten vor der Haustür für beste Stimmung gesorgt, die Behinderten-Werkstatt in Sümmern sowie das Hennener Altenheim können sich auf den hohen Besuch des Prinzenpaares mit ›guter-Laune-Garantie‹ freuen. Die Einrichtungen, die besucht werden, wechseln von Jahr zu Jahr.
Ein nicht zu unterschätzender Vorteil des Prinzenpaars: Das Kopfzerbrechen um das perfekte Karnevals-Outfit entfällt, schließlich schlüpfen die ›Tollitäten‹ traditionsgemäß in die blau-weißen Kostüme. »In den letzten Jahren hat sich das ›Verkleidungsverhalten‹ immens geändert«, berichtet Iris Vonnahme. »Ging man früher in schicker Theaterkleidung zu den Sitzungen, sind heute eher die lus-tigen Verkleidungen angesagt, mein Mann und ich waren zum Beispiel schon Pirat oder Zigeuner.«
In dieser Session nehmen die Vonnahmes während der Prunksitzungen in der eigenen Loge Platz, um das närrische Volk ›zu regieren‹. »Das wird ein einmaliges Erlebnis«, freut sich die Prinzessin, »uns geht es weniger darum, das Regentenpaar  zu sein, als den Menschen Fröhlichkeit und gute Laune zu bescheren.«

Artikel von S. 11 in Ausgabe 9 (2/2010)

Bild: Heiko KleemannBild: Heiko Kleemann