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Musikalische Reise durch Afrika
Sie gehören zu den ältesten Instrumenten der Menschheit: Trommeln wurden schon immer und über-all auf der ganzen Welt gespielt. Auf keinem anderen Kontinent gibt es eine vergleichbare Vielfalt an Trommelinstrumenten und Ausdrucksformen wie in Afrika. Absolute Hochburgen sind die westafrikanischen Länder wie Mali, Guinea und die Elfenbeinküste.
Einer, der das rhythmische Djembé-Spiel von Westafrika nach Deutschland ›importiert‹ hat, ist der Iserlohner Ulf Heße. Mit seinen Bands ›Donga‹ (benannt nach einem äthiopischen Kampf- und Brautwerberitual) und ›Rootsgaia‹ tourt der Vollblutmusiker auch in diesem Jahr wieder über die Bühnen von NRW. »Im Zeitalter der ›Computermusik‹ zieht es uns ›back to the roots‹, zurück zu den musikalischen Wurzeln«, erklärt er. Neben seiner Djembé-Trommel ist das Didgeridoo seines Bandkollegen Volker Hardenbusch charakteristisch für den Sound beider Formationen.
Rückblick: Musikalischen Ehrgeiz entwickelte Ulf Heße bereits als kleiner Knirps von drei Jahren. »Ich habe die Töpfe meiner Mama geklaut, mir im Garten Schlagzeugstöcke geschnitzt und los ging’s!« Mit dem afrikanischen Trommeln kam er erstmals 1993 während einer Mali-Reise in Berührung. »Es war einfach unglaublich: Zehn Trommler haben losgelegt und binnen weniger Minuten war der ganze Platz voller tanzender, singender, lachender Menschen. Diese Zusammengehörigkeit und die beim Trommeln entstehenden Schwingungen haben mich direkt gefesselt!« Beruflich zog es den gelernten Metallfacharbeiter zunächst jedoch in eine andere Richtung. Zehn Jahre führte er mit seinem Bruder den Familienbetrieb. »Dann wurde mir klar: Du bist für etwas bestimmt, und das ist definitiv nicht Metall!«
Heute ist Ulf Heße neben seiner Bandtätigkeit als Leiter von VHS-Workshops und bei verschiedenen Schulprojekten im Einsatz, wo er unter anderem mit geistig behinderten und schwer erziehbaren Kindern arbeitet. »Trommeln schult nicht nur Konzentration, Koordination und Rhythmusgefühl, es ermöglicht zudem rasche Erfolgserlebnisse, weil es den Kindern relativ schnell möglich ist, dem Instrument Klänge zu entlocken. Das schafft großes Selbstvertrauen!« Doch nicht nur junge Musiker lassen sich vom Spiel mit den Trommeln mitreißen. Seit einiger Zeit bietet Ulf Heße auch so genannte ›Teambuildings‹ für Firmen an. Er schmunzelt: »Es ist immer wieder toll zu sehen, wie 60 oder 70 ›Anzugträger‹ den Schlips abnehmen, die Ärmel hochkrempeln, anfangen zu trommeln und einen Riesenspaß dabei haben!«
Die Djembé ist eine westafrikanische Bechertrommel, bestehend aus einem Korpus aus einem ausgehöhlten Baumstamm und einer Bespannung mit Ziegenfell. Während für die meisten Europäer das Djembéspiel ein Hobby bleibt, ist ein traditioneller afrikanischer Trommler Berufsmusiker, der eine jahrelange Ausbildung durchläuft. Da viele Stämme ursprünglich keine Schrift haben, werden die Techniken nicht aufgeschrieben, sondern von Generation zu Generation mündlich weitergegeben.
21.5., 15 Uhr, Gerlingser Platz
›Donga‹ und Trommelsession mit Kindern
aus verschiedenen Schulen
24.5., Gewölbekeller Haus Letmathe
›Rootsgaia‹
www.myspace.com/rootsgaia


