Die Optimisten vom Sorpesee
Ein kräftiger Windstoß greift von hinten ins Segel und verleiht dem Boot neuen Schwung. Mit gut drei Knoten saust es nun über den See. Doch auch die Konkurrenz hat an Fahrt zugelegt. Da besinnt sich Linus auf einen alten Trick, den er von seinem Freund Johannes gelernt hat: Er zieht das Schwert nach oben, prompt wird der Widerstand im Wasser geringer, das Boot dadurch noch ein bisschen flotter.
»Bei so einer Regatta will natürlich jeder gewinnen und unsere Kids kennen alle wichtigen Kniffe«, lacht Linus’ Vater Heiko Bayerl, Jugendwart beim Segel-Club Sorpesee Iserlohn. Eines wird im Gespräch mit ihm schnell klar: SCSI-Kinder können segeln, noch ehe sie lesen oder Fahrrad fahren. 159 Mitglieder hat der Verein derzeit, davon 21 Kinder bzw. Jugendliche. »Eine tolle Truppe, die sehr selbstständig ist. Und die ganz Kleinen oder Ängstlicheren fahren einfach bei den Älteren mit.« Neben den privaten Yachten (vor allem ›Sprinta-Sport‹ von Dehler und H-Boote) stehen sieben so genannte ›Optimisten‹ (Kinderjollen) für das Jugendsegeln zur Verfügung. Die nächste vereinsübergreifende Optimistenregatta findet am 15. August am Yachtclub Sorpesee statt. Davor wurde die Opti-Liga am 03. Juni durch den KSCH (Kanu- u. Segelclub Hemer) und am 18. Juli durch den SCSI ausgerichtet. Um die zukünftigen Seebären für den Wettkampf zu rüsten, finden an den Regatta freien Wochenenden immer mal wieder Trainings statt.
Der Iserlohner Segel-Club liegt etwas versteckt in der Mitte der Westseite des Sorpesees; das vom Wald umgebene Gelände mit Steganlage und gemütlichem Blockhaus ist der ideale Ausgangspunkt für Geselligkeiten, Fachsimpeln unter Seglern sowie Übungsstunden auf dem Wasser. Bei der Aufsicht wird Heiko Bayerl durch andere Eltern und die DLRG unterstützt – falls doch mal jemand abtreibt … Eigentlich sollen sich die jungen Segler aber selbst zu helfen wissen. Neben den Grundbegriffen des Segelns mit den dazugehörigen Knoten, Kursen und Manövern gehört auch ein ›Kentertraining‹ zur Ausbildung. »Für die Kinder ist es faszinierend, wenn sie merken, ›woher der Wind weht‹ und dass sie ihr Boot beherrschen. Beim Segeln müssen sie viele Dinge gleichzeitig erfassen und schnell die richtige Entscheidung treffen. Das ist am Anfang sehr anspruchsvoll, später setzt dann Routine ein.«
Die Optimisten vom Sorpesee treten in große Fußstapfen. In 62 Jahren hat der
SCSI Deutsche Meister, Weltmeister und sogar einen Olympiasieger (Montreal 1976) hervorgebracht. Dabei ist der Verein nicht rein sportlich orientiert: Die ›Anigua Sailing Week‹ durch die Karibik gehört ebenso zum Freizeitprogramm wie die Kieler Woche oder der Familienurlaub auf der Ostsee. Dafür müssen die Boote aus dem Wasser geholt und an anderer Stelle wieder hineingelassen werden – Segeln ist ein aufwändiges Hobby. Und für das begeistern sich am Sorpesee schon die Kleinsten!
Segel-Club Sorpesee Iserlohn
www.scsi-sorpesee.de






