Soziales

Rotary Club Iserlohn-Waldstadt

Lokale Hilfe und internationales Engagement

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Andreas Thiemann

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»Rotary ist eine weltweite Vereinigung berufstätiger Männer und Frauen. Sie erwartet von ihren Mitgliedern hervorragende berufliche Leistungen, persönliche Integrität und weltoffene Haltung sowie die Bereitschaft zum persönlichen Dienst am Gemeinwohl. Als Gemeinschaft freier Menschen tolerieren Rotarier vorurteilsfrei alle Religionen, Rassen, Völker und demokratischen Parteien. Ziel der Rotarier ist die Dienstbereitschaft im täglichen Leben. Rotarier streben sie auf folgenden Wegen an: durch Pflege der Freundschaft, durch hohe ethische Grundsätze im privaten wie im beruflichen Leben, durch Förderung verantwortungsbewusster Betätigung zum Nutzen der Allgemeinheit, durch aktives Eintreten für Frieden und Verständigung unter den Völkern«, erklärt umfassend Andreas Thiemann, Leiter der Kulturredaktion Westfalenpost Hagen und Vorstandsmitglied des Rotary Clubs Iserlohn-Waldstadt.

Knapp 50 Mitglieder sind in diesem örtlichen Serviceclub organisiert, die lokale und internationale soziale Hilfsprojekte auf den Weg bringen. Unter dem Titel ›Sprache verbindet‹ hilft der Rotary Club Iserlohn-Waldstadt Kindern von Migranten in Iserlohn, die deutsche Sprache zu erlernen. Das Besondere hierbei ist, dass die betreuten Kinder in ihrer eigenen Familie unterrichtet werden. Die Sprachscouts (meist Oberstufenschüler) besuchen die 3 bis 10-Jährigen zu Hause und führen sie spielerisch an die deutsche Sprache heran. Für alle Fragen steht der Familie und den Scouts immer ein Clubmitglied als Pate zur Verfügung. Zurzeit geben rund 100 Scouts mit großem Erfolg Unterricht.

International unterstützt der Club den Bau eines Krankenhauses in Gambia. »Auch hier helfen wir mit Geld sowie mit ideellem Engagement.«
Weltweit haben die Rotarier sich auf ihre Fahnen geschrieben, die Krankheit Kinderlähmung (Polio plus) endgültig auszurotten. »Fast ist es uns gelungen. In nur noch sieben Ländern der Erde gibt es Polio. Wenn wir bis zum Sommer in diesem Jahr 100 Millionen Euro weltweit an Mitglieder-Spenden zusammenbekommen, legt Bill Gates noch einmal die gleiche Summe dazu. Dieser Betrag dürfte reichen, um die verbleibenden sieben Länder ›poliofrei‹ zu machen«, ist sich Andreas Thiemann sicher.
»Sie sehen, viel Hilfe kostet viel Geld und ist bei weitem nicht durch die Mitgliederbeiträge finanzierbar«, erklärt der Rotarier. »Deshalb ist hier der tatkräftige Einsatz aller Mitglieder gefragt, denn wir pflegen keine Scheckheftmentalität.«
Das traditionelle Benefizkonzert der Rotarier im Januar erbrachte in diesem Jahr 15.000 Euro, genauso wie der Weihnachtsmarktstand in Barendorf. »Wir machen wirklich alles selber«, bekräftigt Andreas Tiemann, »von der Beleuchtung bis zum Kartenverkauf, vom Glühweinverkauf  bis zum Basteln der Wichtel, die wir in Barendorf anbieten.«
Nicht nur das soziale Engagement kostet viel Zeit, auch in das Clubleben müssen die Rotarier einige Stunden investieren. Jeden Montag findet das wöchentliche Treffen statt, mit einer Präzenspflicht von 70 Prozent pro Mitglied. »Unseren sozialen Auftrag können wir besser erfüllen, wenn er durch Freundschaft untereinander gestärkt wird. Zudem bilden wir auch ein Netzwerk auf privater Ebene.

Und wie wird man Rotarier? »Bewerben kann man sich nicht«, erklärt Andreas Thiemann, »man muss von einem Mitglied vorgeschlagen werden. Wir streben an, aus jeder Berufsgruppe ein Mitglied zu haben, damit wir berufsspezifisch breit aufgestellt sind. Wichtig ist, dass alle einen moralisch-ethisch einwandfreien Leumund vorweisen können, beruflich erfolgreich sind und so das nötige Selbstbewusstsein mitbringen, um unser soziales Engagement mittragen zu können.«

Artikel von S. 9 in Ausgabe 10 (3/2010)