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Natur pur am Schellenberg

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Natur pur am  Schellenberg

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Mit wenigen Schritten von der stark befahrenen Dortmunder Straße in ein kleines Paradies. Sanft schmiegen sich die Kleingärten an die Anhöhe des Schellenbergs. Gartenlauben inmitten blühender Rabatten, dicht gesäumt von strotzenden Zucchini, Kürbissen und Stangenbohnen. Mal akkurat wie mit Zirkel und Lineal gezogen, mal eher romantisch wuchernd – die Parzellen der Kleingartenanlage sind so unterschiedlich wie ihre Pächter. Und doch haben diese eines gemeinsam: die Liebe zur Natur, zu selbst gezogenem Gemüse, zum eigenen Reich im Grünen.

1948 wurde die Kleingartenanlage gegründet, damals noch unter dem Namen ›Am Rennwald‹. Freizeitqualität und Eventcharakter – darum scherte man sich in jenen Nachkriegstagen nicht. Vielmehr galt es, den kargen Teller zu füllen: mit Kartoffeln, Karotten und Kohlrabi – also allem, was der Boden hergab. Und das war nicht allzu viel. Das Gelände bestand, so lässt sich in der Chronik nachlesen, größtenteils aus einer ungepflegten Grasfläche, mit wüsten Hecken durchzogen und mit zahlreichen, durch Kriegseinwirkungen entstandenen Tümpeln bestückt. Da hieß es ›Ärmel hochkrempeln und Spaten in die Hand‹. Heute sind die Mitglieder des Kleingärtnervereins ›Am Schellenberg‹ stolz auf eine der schöns-ten und 1984 sogar bundesweit ausgezeichneten Anlagen der Stadt.

Auch wenn das mit viel Liebe gehegte und gepflegte Obst und Gemüse nicht mehr essentieller Bestandteil des Speisenplans ist, so nimmt es nach wie vor einen hohen Stellenwert bei den ›Schellis‹ ein. »Beißen Sie mal in eine selbst gezogene Kohlrabi! Da brauchen Sie kein Salz – das schmeckt einfach unnachahmlich!«, geraten Norbert Mörchen und Vereinsvorsitzender Udo Zawodny ins Schwärmen. Und so sollte nach wie vor laut Vereinsstatuten ein Drittel jedes Gartens Nutzpflanzen vorbehalten sein. Nicht zuletzt dieser Regelung ist der Erhalt vieler alter Sorten, die in der modernen Landwirtschaft nicht mehr gefragt sind, zu verdanken. »Überhaupt liegt uns die Bewahrung heimischer Obst- und Gemüsepflanzen und eine naturgemäße Gartengestaltung am Herzen. So haben wir in den vergangenen Jahren eine Obst-Streuwiese und einen Lehrgarten angebaut, die auch von Seniorengruppen, Schulen und Kindergärten gern besucht werden. Hier bei uns lernen Kinder, dass es Kartoffeln nicht nur in Stäbchenform mit Mayonnaise und Ketchup gibt. Viele von ihnen sehen das erste Mal überhaupt die Pflanze selbst und können Wuchs und Gedeihen beobachten!«
Längst gehört die Kleingartenanlage Am Schellenberg mit ihrem großen Kinderspielplatz, dem Bergbau-Erinnerungspfad und seinen einladenden Tischen und Bänken am Festplatz zu einer beliebten Freizeitanlage für kleine und große Castrop-Rauxeler. Und ab und an wird es dann auch richtig voll, z.B. beim alljährlichen beliebten Kinderfest oder beim bevorstehenden traditionellen Herbstfest. Wie wär’s? Am 18. September ist es wieder so weit. Die perfekte Gelegenheit, bei Würstchen und einem kühlen Blonden einen neugierigen Blick in ›Nachbars Garten‹ zu werfen, den ein oder anderen Tipp für den perfekten Strauchschnitt mitzunehmen und sich vielleicht sogar mit dem ›Kleingartenvirus‹ anstecken zu lassen.

Was kostet das eigentlich?
Die Jahreskosten eines ca. 300 qm großen Kleingartens liegen inkl. Pacht, Versicherungen, Strom- und Wasserverbrauch etc. bei 246 Euro. Eine überschaubare Größenordnung für eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung!

Kleingartenanlage Am Schellenberg
Heinrichstraße 2
Tel. 0 23 05 / 2 72 46

Artikel von S. 8 in Ausgabe 74 (8/2010)

Norbert Mörchen und Vereinsvorsitzender  Udo Zawodny (v.li.)Der Naturlehrgarten mit Gemüsebeeten, Kräutern und BienenstöckenEine schöne Tradition: Was an Obst und Gemüse nicht verbraucht wird, kommt auf die Bank und findet hier dankbare Abnehmer.