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Klein, aber oho

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Klein, aber oho

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Luna schlägt ganz nach ihrer Mutter. »Sie weiß, wie man sich durchsetzt wenn es Futter gibt und stibitzt einem auch schon mal die Schlüssel aus der Tasche«, so Hobbyzüchterin Sabrina Helmich. Halbschwester Lolita ist dagegen eher anschmiegsam, sie kann gar nicht genug Streicheleinheiten bekommen. Der dritte im Bunde heißt Tabaluga und ist schon jetzt ein Frauenschwarm. So wie Landino, Papa von Luna und Lolita: Der bildhübsche Schecke hat seine ›Mädels‹ im Griff und nicht einmal die Fliegen auf seiner Nase können ihn aus der Ruhe bringen …

Ja, die Rede ist von Ponys, genauer gesagt, von Mini-Shetties. Und wenn man der Expertin glaubt, sind die mindestens genauso unterschiedlich wie wir Menschen. »Shetlandponys haben einen relativ schlechten Ruf, sie gelten als wehrig und eigensinnig. Aber die Wahrheit ist: Wie bei ›den Großen‹ gibt es solche und solche.« Sabrina Helmich ist ein echtes ›Pferdemädchen‹. Mit einem halben Jahr sah sie die Welt zum ersten Mal von einem Pferderücken, mit vierzehn besaß sie ihr erstes eigenes Pferd. Die ersten ›Mini-Shetties‹ kamen vor rund vier Jahren dazu. Inzwischen leben auf dem Hof in Becklem zwölf der robusten kleinen Vierbeiner, Weide an Weide mit einigen Arabern und Friesen. Sie werden von Sabrina und ihrer Schwester Jessica Nowack gemeinsam versorgt. »Im Winter heißt das: Morgens um 7 Uhr aufstehen und die Tiere rauslassen. Ausgemistet wird dann abends nach der Arbeit«, so die Tierarzthelferin und Hobbyreiterin.

Während der industriellen Revolution wurde das von den Shetlandinseln stammende Shetlandpony auf das britische Festland gebracht und dort im Bergbau als Grubenpony eingesetzt. Heute erfreuen sich die robusten Tiere als erste Reitpferde für Kinder sowie als kräftige und ausdauernde Fahrpferde großer Beliebtheit. Eine besondere Ausprägung des Shetlandponys ist das Minishetty, das u.a. in der königlichen Zucht von Königin Victoria auf seine heutige Form gezüchtet wurde. Während Shetlandponys maximal 107 cm groß werden sollen, gilt für Minishetties eine Obergrenze von 87 cm.

Wichtige Zucht-Kriterien sind Abstammung und Farbgebung. »Besonders die hellen Töne wie Palomino oder Cremello erfreuen sich unter Liebhabern einer wachsenden Beliebtheit.« Eine nicht unwesentliche Rolle spielt aber auch die Präsentation. »Um zur Körung zugelassen zu werden, müssen die Fohlen in der Regel traben. Madame Luna wollte nicht, aber Tabaluga ist getrabt wie ein junger Gott.« Weshalb der süße Braune nun die besten Aussichten hat, mit drei Jahren zum Deckhengst gekört zu werden. Bislang ist allerdings Landino der unangefochtene Star im Stall. »Natürlich besteht die Möglichkeit, sich fremde Hengste auszuleihen, das ist unter Züchtern durchaus üblich.«

Luna, Lolita und Tabaluga erblickten im letzten Sommer das Licht der Welt. »Und die drei gebe ich nicht mehr her!« Zwei weitere Fohlen aus der ›Nachzucht 2009‹ wurden dagegen bereits vermittelt – an andere ›Liebhaber‹, denn die Winzlinge mit einem Rückenmaß von bis zu 87 cm können höchs-tens 35 Kilo tragen und sind daher nicht zum Reiten bestimmt. Nur auf Kinderfesten und für ihren Neffen macht Züchterin Sabrina Ausnahmen. Mark begeistert sich besonders für die beiden wenige Monate alten Fohlen. Aber hier muss die menschliche ›Pferdemama‹ einschreiten: Die Kleinen sind noch zu schwach auf den Beinen, selbst für einen Zweijährigen. »Einen mussten wir aufpäppeln, nachdem es seine Mutter verloren hatte. Wir haben alles probiert, von Fohlenersatzmilch über die Milch einer fremden Stute bis hin zu zehn verschiedenen Sorten Müsli, bevor wir ein Futter fanden, das ihm schmeckte.« Sie lächelt. »Minishetties können ganz schön wählerisch sein.«

Artikel von S. 34 in Ausgabe 74 (8/2010)

Liebt ihre ›Shetties‹: Sabrina Helmich mit LolitaHengst Landino (vorne) mit seinen ›Mädels‹Kleiner Ausritt gefällig?