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| ›Bettelndes Soldatenweib‹ von D. Chodowiecki aus dem Jahr 1764 |
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Witten und das Ruhrgebiet
zur Zeit des Siebenjährigen Krieges
Im Jahre 1756 begann der 3. Schlesische Krieg, der auch als Siebenjähriger Krieg in die Geschichte einging. In erster Linie kämpften Preußen unter Friedrich II., genannt der Große, gegen Österreich unter Maria Theresia. Der Zankapfel war Schlesien, das in den Kriegen von 174042 und von 1744/45 von Preußen erobert worden war. Aufgrund der außenpolitischen Bündnisse der beiden Länder wurde der Krieg auch zwischen England und Frankreich ausgetragen. Dabei ging es um die Vorherrschaft auf den Weltmeeren und um den kolonialen Einfluss der beiden Länder.
Wegen seiner geografischen Lage wurde das Ruhrgebiet während des Krieges mehrmals von französischen Truppen durchquert und besetzt. Diese waren auf dem Weg nach Hannover, das damals zum englischen Königreich gehörte. Am 25. April 1757 besetzte ein französisches Regiment die Stadt Dortmund. Wenig später rückten die Soldaten auch nach Witten vor. Um Plünderungen und Beschlagnahmungen zu vermeiden, erwirkten zwei alteingesessene Adelige, von Mirbach und von Bentink, gegen Zahlung eines hohen Geldbetrages bei dem französischen General Charles de Rohan einen Schutzbrief. Dieser untersagte es bei Androhung der Todesstrafe allen Soldaten, in Witten irgendwelchen Schaden anzurichten.
Trotzdem hatten die Einheimischen unter der Besatzungsmacht zu leiden. Historische Quellen aus Herbede berichten, dass die Bevölkerung von der Besatzungsmacht zu harter Zwangsarbeit herangezogen wurde. Auch die Wittener mussten den Franzosen Quartiere stellen und für ihre Versorgung aufkommen. Infolgedessen erhöhten sich die Lebensmittelpreise drastisch. Wenn preußische Truppen das Gebiet besetzt hielten, mussten die Untertanen hohe Steuern bezahlen, um zur Finanzierung des Krieges beizutragen. Eine weitere Last, die der Bevölkerung aufgebürdet wurde, waren die Rekrutierungsmaßnahmen der preußischen Armee. Der Kriegsdienst war nicht populär. Friedrich der Große selbst äußerte sich abfällig über die mangelnde militärische Opferbereitschaft der Männer in der Mark. Um diese zum Unterzeichnen der Verträge zu bewegen, bedienten sich die Werbeoffiziere oft einer List: Sie machten die potentiellen Rekruten betrunken.
Auch im Ruhrgebiet kam es während des Krieges vereinzelt zu Kampfhandlungen. So etwa am 3. Juli 1761 bei Westhofen, südlich von Schwerte. Dort trafen französische Truppen mit preußischen und englischen Regimentern aufeinander. Durch den Siebenjährigen Krieg etablierte sich Preußen als eine, wenn auch als die kleinste, von fünf europäischen Großmächten. Die bekanntesten Schlachten des Krieges, in denen sich der ›alte Fritz‹ als überlegener Stratege erwies, waren die bei Prag, Leuthen, Liegnitz und Torgau. Das Bündnis von Maria Theresia scheiterte letztlich an der mangelnden politischen Zusammenarbeit und der Kriegsmüdigkeit der Franzosen.
Im Frieden von Hubertusburg 1763 fand sich Maria Theresia mit dem Vorkriegszustand ab. Der Siebenjährige Krieg war für Friedrich den Großen gewonnen, Preußens Besitz an Schlesien gesichert. Das Ruhrgebiet aber war, wie viele Gebiete Europas, arg in Mitleidenschaft gezogen worden. In Bochum gab es am Ende des Krieges nur noch sechs große und 30 mittelgroße Häuser, 40 standen leer und 12 waren eingefallen oder notdürftig renoviert worden. Auch Witten war völlig verarmt und so mancher Sohn des Dorfes im Krieg gefallen.
chast
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