KULTUR

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oben: Die Crows heute

unten: Die Crowns 1985; Collage des Wittener Künstlers Manfred Seils







Die Crowns: Wilfried Lübeck, Gitarre, Gesang (Gründung), Holger Krohn, Bassgitarre, Gesang (Gründung), Hannelore Krohn, Gesang (1964), Dr. Karl-Werner Borrusch, Keyboards, Gesang (1967, Werner Firle, Schlagzeug (1996) und Roger Rommel, Gitarre (1979–1996, wieder dabei seit 2005)

Wittener Musiklegenden: die Crowns

Unschlagbar: Seit 43 Jahren gibt es die Crowns. In den 60er- und 70er-Jahren die Wittener Coverband überhaupt. Mehrere 1. Plätze bei großen Beatfestivals und Auftritte mit den »Lords«, »The Searchers« und »The Spotnicks« gehören zu der erfolgreichen Bandgeschichte. Wir sprachen mit Gründungsmitglied Holger Krohn über Ursprünge und Highlights.

Woher kanntet ihr euch?
Die Ur-Crowns (Holger Krohn, Rainer Krohn und Wilfried Lübeck) wohnten im Harkortring in Annen. Der erste Probenkeller befand sich im Wohnhaus der Familie Krohn, wo eine sehr tolerante Einstellung der Eltern die Entstehung der Band ermöglichte. Ganz nebenbei war der Keller auch Treffpunkt der Anhänger der Band und diente als »Fetenkeller«, was zur damaligen Zeit schon recht anrüchig war.

Was war die Idee?
Wir wollten weg vom Muff der deutschen Schlagermusik. Uns war von Anfang klar, dass wir mit der Musik nicht reich und berühmt werden würden. Am Anfang wurde alles nachgespielt, sowohl Stones als auch Beatles. Später lag der Schwerpunkt eher auf den gesanglich orientierten Sachen, da durch die Hinzunahme einer Sängerin, Hannelore Krohn, damals noch Baumbach, (was für die damalige Bandszene außergewöhnlich war) sich z.B. Lieder der Flower-Power-Szene adaptieren ließen (Mamas and Papas). Viele Erfolge bei den Festivals hatten ihre Ursache auch in dieser Konstellation.

Wie oft wurde geprobt?
In den ersten Jahren wurde mehrmals pro Woche geprobt, was für die schulischen Leistungen nicht immer förderlich gewesen ist. Alle Musiker waren Autodi-dakten. Notenkenntnisse zwar vorhanden, aber mangels erschwinglicher Notenblätter mussten alle musikalischen und textlichen Elemente mühsam von den Platten abgehört werden. Bei den Texten führte das manchmal wegen fehlender Verständlichkeit und mangels ausreichender Englisch-(Slang)Kenntnisse zu erstaunlichen Wortblüten, was allerdings damals keinem auffiel. Gesang wurde im gemeinsamen Singen arrangiert. Man merkte einfach, wann es stimmte. Das eigentliche Problem beim Singen war die Kontrolle des mehrstimmigen Gesangs, weil es noch keine Monitorboxen im heutigen Sinne gab.

Wie war der Erfolg bei den Madels? Ohnmachtsanfälle, eifersüchtige Freundinnen?
Die Bandszene in Witten wurde von den »Crowns« eröffnet. Danach gab es zahlreiche Neugründungen, was natürlich zu Rivalitäten führte. Die »bedeutendste« war die zwischen den »Crowns« und den »Kingbeats«. Es gab bei den Crowns eine feste Anhängerschaft, die sich im Har-kortring traf und dann geschlossen zu der Veranstaltung fuhr. Teddybären wurden damals nicht geworfen. Tränen und Eifersüchteleien gab es entsprechend dem Alter reichlich.

Was waren Gänsehauterlebnisse? Was war der Moment überhaupt?
Gewinn der Westdeutschen Beat-Meisterschaften vor 3000 Besuchern in der Gruga-Halle in Essen, weil völlig unerwartet und ohne den 2. Gitarristen, der vor einer Klausur eher ins Bett musste. Später waren es dann die großen Geburtstagsfeiern im Saalbau in den 90er Jahren oder rauschende Feste im Parkrestaurant »Zur Linde«.

Wann und wo kann man euch in naher Zukunft erleben?
Der nächste Auftritt findet Open-Air am 11. August statt (Schrebergartenverein Sonnenschein). Der Vorverkauf findet samstags von 8–12 Uhr im Schrebergarten statt. Weiter geht es im November im Saalbau Witten (Samstag 4. November) mit zwei anderen Bands zusammen (Best before und Rock’n’ Roll Doctors).

Artikel von S. 64 in Ausgabe 44 (07.2006)

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