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| unten: Karin Hartl und Karin Mlotek (re.) |
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Herbergssuche
oder
der Natur auf der Spur
Wer hat Lust sich dreckig zu machen? Auf dem Gelände rund um die Jugendherberge am Cappenberger See ist das Spielen und Stromern ausdrücklich erlaubt. Nebenher gibt es für die kleinen Expediteure Neues am laufenden Band zu entdecken: Rehe, Frösche und Salamander, ja selbst Fledermäuse, die manch einer bislang nur aus dem Fernsehen kannte. »Wenn die Kinder nach einem solchen Tag noch Stockbrot über dem Lagerfeuer rösten dürfen, dann ist die Welt für sie in Ordnung«, lächelt Herbergsmutter Karin Mlotek.
Dass die Leitung des Hauses für sie mehr ist als ein Fulltime-Job, steht der zierlichen Frau ins Gesicht geschrieben. »Kein Tag ist wie der andere!« Zu ihren Aufgaben gehört die Belegung der Zimmer, Küchenplanung, Personalwesen, Buchhaltung, Empfang Karin Mlotek ist im wahrsten Sinne des Wortes das Mädchen für alles. Ständig steht sie mit ihrem fünfköpfigen Team für die Gäste parat: ›Gibt es bei Ihnen auch Essen für Allergiker?‹ ›Was kann man in Lünen unternehmen?‹ ›Wie kommen wir am Besten in die Altstadt?‹ »Mein Tag beginnt um 7 Uhr mit den Frühstücksvorbereitungen und endet oft weit nach 23 Uhr mit einem letzten Rundgang durch die Zimmer dann will mir jedes Kind noch einmal erzählen, was es den ganzen Tag über erlebt hat!«
Kein Wunder, für die Knirpse ist der Urlaub in der Jugendherberge mit Hüttenbauen, Klettern, Grillen und Nachtwanderungen das pure Abenteuer. »Bei uns vermisst keiner seinen Gameboy«, bestätigt Assistentin Karin Hartl. »Ganz im Gegenteil: Manche Kinder blühen an der frischen Luft regelrecht auf und können es kaum erwarten, nach dem Abendessen noch einmal raus auf den Bolzplatz zu dürfen.« Der unangefochtene Star auf dem Gelände aber ist Herbergshund Pako, der stets von einer Traube Kinder umgeben ist und diese Aufmerksamkeit trefflich zu genießen scheint. »Weil wir wissen, wie schwierig es ist, mit Hund unterzukommen, geben wir unseren Gästen außerhalb der Hauptsaison die Möglichkeit, ihren Vierbeiner mitzubringen. Das kommt auch bei den anderen Gästen gut an.«
In diesem Jahr wurde ein Rekord von über 16.000 Übernachtungen aufgestellt. Für Familien ist das idyllische Haus am Nordufer des Cappenberger Sees der ideale Ausgangspunkt für Ausflüge in die Umgebung. »Aufgrund unserer zentralen Lage können Sie von hier aus viele interessante Ziele ansteuern, z.B. die Bergbaumuseen entlang der Route Industriekultur oder die Schlösser des Münsterlandes«, schwärmt Karin Mlotek. Schulklassen und Kindergartengruppen buchen die Herberge nicht nur als Unterkunft, sondern nutzen zudem die erlebnispädagogischen Programme in Wald und Flur. Und auch Sportvereine und Chöre residieren während ihrer Trainingslager bzw. Probenwochenenden gerne im Grünen. »Das ist das Schöne an unserer Arbeit: Man trifft so viele unterschiedliche Menschen und manche kommen jedes Jahr wieder.«
Wie Willi aus der Schweiz, der vorher anruft und fragt, ob er wieder Schweizer Schokolade mitbringen soll. Oder der Motorradclub aus den Niederlanden, »gesetzte Herren mit Rauschebärten und sehr herzlich«, schmunzelt Karin Hartl. Ein finnischer Rollhockey-Verein ist ebenfalls regelmäßig vor Ort und selbst eine Gruppe aus Eritrea war schon in Lünen zu Gast. »Da haben wir gelernt, wie man unter freiem Himmel starken, schwarzen Kaffee röstet«, strahlt Karin Mlotek. »Das war fast so klasse wie der Abend, an dem wir auf einer Pyjama-Party mit den Kindern auf den Tischen getanzt haben. An solche Dinge erinnert man sich einfach immer wieder gerne …«
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