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oben: Bild Claus Langer, Stiftung Jedem Kind ein Instrument






Musikschule Lünen
Ansprechpartner
Ullrich Gronemeyer
Tel. 0 23 06 / 1 04 25 51
Jeki
Instrumente zum Anfassen

Trommeln mit den Pfadfindern, Gitarre am Lagerfeuer, Blockflöte unterm Weihnachtsbaum, der erste Kuss beim Schulkonzert: Ohne Musik wäre das Leben wohl nur halb so schön. Und besonders Kinder zeigen auf diesem Metier große Begeisterungsfähigkeit: Drückt man ihnen ein Instrument in die Hand, können sie es kaum erwarten, loszulegen! Da aber Geigen, Pianos und Co in vielen Kinderzimmern Mangelware sind, wurde im Jahr 2007 das länderübergreifende Programm JEKI (Jedem Kind ein Instrument) ins Leben gerufen.

»Eine tolle Sache«, findet Musiklehrer ›Ulli‹ Gronemeyer, der das Projekt in Lünen koordiniert. »Musik ist etwas elementar Menschliches und trägt in meinen Augen wesentlich zur Persönlichkeitsentwicklung bei. Nicht umsonst heißt es ja: Kunst macht aus Kindern Charaktere!« Bis zum Kulturhauptstadtjahr 2010 soll das von der Kulturstiftung des Bundes, dem Land Nordrheinwestfalen und der Zukunftsstiftung Bildung im GLS Treuhand geförderte Programm an jeder Grundschule im Ruhrgebiet angeboten werden, beginnend schon bei den Kleinsten: Im Klassenverband werden die I-Männchen spielerisch an die verschiedenen Instrumente herangeführt – Anfassen ist ausdrücklich erwünscht! Neben ›guten alten Bekannten‹ wie Keyboard, Gitarre und Blockflöte stehen sogar richtige ›Exoten‹ wie z.B. die Baglama (ein türkisches Saiteninstrument) für die neugierigen Erstklässler zum Kennenlernen bereit. Und natürlich wird auch die gesamte Reihe der klassischen Blas- und Streichinstrumente (Geige, Cello, Trompete, Posaune, Klarinette, Querflöte etc.) abgedeckt.

»Vor den Osterferien trifft jedes Kind dann die Entscheidung, welches Instrument es nach den Sommerferien ab dem 2. Schuljahr lernen möchte«, so Ulli Gronemeyer. Er weiß: »Ganz oben auf der Liste der Favoriten stehen Gitarre und Keyboard, dicht gefolgt von der Geige.« Das Tolle: Jedes Kind darf ›sein‹ Instrument als kostenlose Leihgabe für die Dauer der Programmteilnahme mit nach Hause nehmen. Der Instrumentalunterricht findet in Kleingruppen im Rahmen einer Unterrichtseinheit pro Woche statt. »Die Kinder ›begegnen ihrem Instrument‹, es geht nicht um Leistung«, so der Instrumentallehrer. Ein Konzept, das seiner Ansicht nach aufgeht. »Wenn die Kleinen erst mal den Duft von Musik geschnuppert haben, sind sie durchweg begeistert – selbst wenn sie merken, dass es vom ersten Ton bis zum Rachmaninow-Klavierkonzert noch ein weiter Weg ist!«

Ab dem dritten Jahr haben die Schüler schließlich die Möglichkeit, beim Kinderorchester ›Kunterbunt‹ mitzuwirken und hier erste Erfahrungen im Ensemblespiel zu sammeln. »Egal, ob 5 oder 25 Leute im Orchester zusammenkommen: Das Gruppenerlebnis ist ein entscheidender Schritt für die Persönlichkeitsentwicklung: Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit und Kontinuität, aber auch die musikalischen Fertigkeiten werden quasi wie von selbst gefördert. Man macht etwas gemeinsam, aber nicht wie beim Sport auf Wettbewerbsbasis, sondern spielerisch und völlig frei von Leistungsdruck.« In Zeiten steigender schulischer Anforderungen ein ganz wichtiger Ausgleich. Der Musikexperte weiß aus eigener Erfahrung: »Musizieren bedeutet, sich intensiv und kreativ mit einer Sache auseinanderzusetzen. Instrumente werden schließlich ›gespielt‹. Das ist eine persönliche Bereicherung, die man nicht messen und kaum in Worte fassen kann! Man muss es einfach erleben!«

Artikel von S. 23 in Ausgabe 50 (12.2009)

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