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v.li. Ute Pfahlburger und Annegret Söding






Weihnachtsfeier für Bedürftige und Alleinstehende
24.12., 15–20 Uhr
Wichernhaus · Brückenweg 30

Weihnachten im Wichernhaus
Einmal aus dem Vollen schöpfen …

Heiligabend in Deutschland: Zahllose Wohnzimmer erstrahlen im Kerzenlicht und aus den Küchen zieht ein köstlicher Duft nach Gänsebraten und Klößen hinaus auf die Straße. Diese Gemütlichkeit, für uns so selbstverständlich, kennen andere nur vom Blick durch das Fenster …

»Die Anzahl der Bedürftigen nimmt zu«, bestätigt Ute Pfahlburger. Seit 20 Jahren organisiert sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Annegret Söding und einem großen Helferteam Weihnachtsfeiern für Bedürftige und Alleinstehende im Wichernhaus. In diesem Jahr findet die Veranstaltung bereits zum 36. Mal statt. »Wer alleinstehend ist, muss nicht zwangsläufig bedürftig sein, aber vielleicht ist er oder sie sehr einsam! Wir versuchen, für die Teilnehmer eine gemütliche und heimische Atmosphäre zu schaffen, mit allem was dazu gehört, vom geschmückten Tannenbaum bis hin zum freundlichen Nikolaus, der Tüten mit Süßigkeiten an die Gäste verteilt.«
Möglich gemacht wird das Event durch zahlreiche Spenden. Hier gilt: Jeder gibt, was er kann und möchte, angefangen bei 5 Euro oder einem selbstgebackenen Kuchen bis hin zu großen Geldbeträgen – im letzten Jahr ›erlief‹ die Schule am Busch 3.000 Euro. »Davon konnten wir sogar kleine Geschenke für die Kinder kaufen«, erinnern sich die Organisatorinnen. Auch große Unterstützer wie die Grünen Damen des EVK, die Fleischerei Grabowski sowie die Heilig-Kreuz-Gemeinde und die Paulusgemeinde beteiligen sich jedes Jahr. Nicht zu vergessen die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer, die in der Planungsphase und dann am großen Abend im Einsatz sind. Allen voran Bürgermeister Beisenherz, der die Weihnachtsfeier einst ins Leben rief und auch in diesem Jahr wieder mit anpacken wird, bis der letzte Gast gegangen und der letzte Teller abgeräumt ist.

Die Veranstaltung beginnt um 15 Uhr mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken. Ute Pfahlburger: »Rund 25 verschiedene Kuchen und Torten werden wir auftischen – darunter keine einzige Gefrorene.« Die Gäste sollen einmal im Jahr etwas Besonderes geboten bekommen, endlich einmal aus dem Vollen schöpfen können – für viele eine völlig neue Erfahrung. »Diese Freude in den Augen, schon wenn wir die Torten hereinbringen, lässt einem das Herz aufgehen.« Für die künstlerische Untermalung des Nachmittags sorgt traditionell eine Musik- und Pantomimegruppe aus Recklinghausen, die auch zum Mitsingen animiert.

Gegen halb sechs steht eine kleine Andacht auf dem Programm. Dazwischen haben die Besucher immer wieder Gelegenheit zu Gesprächen. Annegret Söding: »Wir achten darauf, dass niemand alleine sitzen muss. Viele Gäste hatten lange niemanden mehr, mit dem sie sich über ihre Sorgen und Freuden austauschen können. Dabei bekommen wir auch immer mal wieder die ein oder andere traurige Lebensgeschichte zu hören, z.B. wenn jemand mit uns feiert, weil er bei seinen Angehörigen nicht erwünscht ist.« Um 18.30 Uhr servieren die Helfer das warme Abendessen. Auch hier wird an nichts gespart und was übrig bleibt, darf mit nach Hause genommen werden.

Gegen 20 Uhr geht es dann nach einem letzten ›Absacker‹ wieder heimwärts. Die Gäste werden von einem Busunternehmen nach Hause und – bei Bedarf – vom Fahrer bis vor die Tür gebracht. Viele von ihnen freuen sich schon auf das nächste Jahr. Doch nicht alle wollen nach diesem kleinen Vorgeschmack so lange warten. Ute Pfahlburger lächelt: »Mit einigen unserer langjährigen Stammgäste treffe ich mich dann auch schon mal in der Stadt auf eine Tasse Kaffee.«

Artikel von S. 7 in Ausgabe 70 (12.2009)

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