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›Dr. John‹ (zum Textabschnitt)






Dipl. Foto Designer
Volker Beushausen
Jahnstr. 11a · 44575 Castrop-Rauxel
Tel. 0 23 05 / 44 30 56
www.beushausenbild.de

Gestaltung, Inspiration
und Rock ’n’ Roll
Fotodesigner Volker Beushausen

Seine Fotos berühren, verführen, informieren, erzählen Geschichten und sie interessieren. Auf unterschiedliche Weise kommen sie daher, je nach Thema, Auftrag, Person oder Inhalt, mal sexy oder lecker, mal dramatisch, lustvoll, humorig oder amüsant. Location, Farbgebung, Licht, die klare Architektur der Bildgestaltung, Klarheit der Aussage: Fotodesigner Volker Beushausen versteht sein Handwerk und er fotografiert mit Leidenschaft.

Kurze Haare, robuster Pulli, Jeans – er selbst wirkt eher unprätentiös, fast schon zurückhaltend und bescheiden, und auch sein Studio glänzt nicht mit aufgetakeltem Dekor, Glitzer, Glamour oder anderen Oberflächlichkeiten. Hier geht es nicht um die Fassade, sondern den Gehalt, und wenn er über seine Arbeit spricht, dann beginnt er zu glühen wie ein Feuer, das endlich Sauerstoff bekommt. »Ich bin nicht auf spezielle Fotobereiche festgelegt«, erklärt er, »es gefällt mir, immer wieder völlig unterschiedliche Aufträge und Motive darstellen zu können und für jede Situation den individuellen Zugang zu finden, um schließlich ein Bild zu machen, das den Kern der Aussage trifft und zugleich den Betrachter anspricht.«

Die Lust an der Gestaltung, so sagt er, an der Fotografie, die hatte er schon lange vor seiner Ausbildung entdeckt. Geboren 1963 in Castrop-Rauxel, Abitur, Zivildienst. Und dann die Frage: »Was jetzt?« Vor dem großen Schritt steht der kleine, es folgt ein Praktikum bei dem freischaffenden Castroper Fotografen Michael Lehmann. »Klar, das Studium war immer mein Ziel. Aber ich merkte schnell, dass mir dafür die Voraussetzungen fehlten«, reflektiert Beushausen. »Deshalb war ich froh, hier gleich eine Ausbildung machen zu können.« Er ist engagiert und er hat Biss. Sein Ziel, die Uni, ist nach wie vor Motor und Inspiration zugleich. Parallel zur Gesellenprüfung bereitet er sich auf die Aufnahmeprüfung an der FH Dortmund vor, ein Auswahlverfahren, das es in sich hat. Nicht jeder bekommt den ersehnten Studienplatz, und es braucht bereits einiges an Wissen und auch Talent, um hier bestehen zu können. Heute sagt er: »Im Grunde bin ich Designer, nicht Fotograf. Es gibt einfach so unendlich viel über Fotografie zu lernen, und ich bin noch lange nicht am Ende.«

Vor dem eigentlichen Bild steht das Konzept, die Idee dessen, was es ausdrücken soll. Die Liste seiner Auftraggeber ist lang, manchmal reist er sogar ins Ausland. Es sind Privatleute, die ihn engagieren, aber auch Auftraggeber aus dem Bereich der Industrie, dem Gesundheitswesen, der Politik und Wirtschaft. Er portraitiert Menschen, fotografiert für Thyssen Krupp oder das EVK, gestaltet Wahlplakate oder entwirft im Auftrag des Juweliers Grosche Bilder zum Thema ›Schmuck & Tango‹. Seine besondere Liebe gilt jedoch der Bühne, dem Theater und der Musik. »Es ist mein Anliegen, Kultur zu transportieren. Und wenn ich für das WLT arbeite, ist es eine spannende Herausforderung, in einem Bild die Essenz einer Geschichte, die Aussage einer Szene herauszuarbeiten«, erklärt er. Inspiration und Improvisation, zwei Komponenten, die gerade hier eine wesentliche Rolle spielen, denn oft ist die Situation vor Ort nicht gerade idealtypisch für das Aufstellen einer Kamera. Volker Beushausen: »Der Kern besteht darin, für alles individuelle Lösungen zu finden.«

CvO

Dokumentation des Stücks ›Blues Brothers‹, einer Produktion des WLT. Die Szene zeigt die Blues Brothers im Country Club. Der Reiz der Fotografie liegt vor allem in den Kontrasten: Neben den Ebenen im Vorder- und Hintergrund machen vor allem die Aspekte hell-dunkel, farbig-unfarbig, Schärfe und Unschärfe die Spannung aus. Auch hier findet sich die Klarheit der Bildaussage, die sich sowohl in der Komposition, der Farbbalance und der eindeutigen Bildinformation mit wenig störenden Elementen spiegelt. Auftraggeber: WLT Castrop-Rauxel

Titel: ›Dr. John‹ (großes Bild). Das Bild entstand auf dem Traumzeitfestival (Jazz und Weltmusik) in Duisburg. Seit gut 11 Jahren arbeitet Beushausen hier als Festivalfotograf. Neben dokumentarischen Life-Fotos lädt er die Musiker zu einem Shooting vor Ort ein. Das ›Studio‹: eine alte Industriewand im Backstagebereich. In verschiedenfarbiges Licht getaucht, wird sie den unterschiedlichen Stimmungen gerecht und unterstützt den Charakter des Festivals in der ehemaligen Industrieanlage. Dr. John ist ein seit Jahren bekannter Rythm ’n’ Blues, Jazz, Rock ’n’ Roll Sänger und Keyboarder aus New Orleans. Volker Beushausen: »Er kam im roten Anzug. Auf dem roten Sessel, natürlich unnatürlich vor rotem Hintergrund, treffen Mississippi und Duisburg Meiderich aufeinander. Ein tolles Accessoire: der Schlangenlederstock.« Auftraggeber: Duisburg Marketing.

Titel: ›Janina‹. Es geht um die Präsentation von Schmuck für ein Werbemagazin. Gewünscht war ein ›Barock-Shooting‹. Die Location: die historische Stadthalle in Wuppertal. Solche Aufnahmen sind Teamarbeit, viele Personen sind beteiligt: Das Model Janina wurde gestylt von Rolf Buck, die Visagistin war Vivien Koller. Das Foto entstand in Kooperation mit dem Fotografen Stephan Braun, die Foto-Asistenz hatte Sebastian Bennemann. Das Bild ist im wahrsten Sinne des Wortes ›appetitlich und lecker‹, es macht Lust auf mehr. Auftraggeber: Solitaire, Ute Zimmermann.

Ein Bild aus dem Bereich der Werbung, im Auftrag des Castroper Juweliers Grosche. Die Idee bestand darin, die Eleganz und den Ausdruck des Tango und den des Schmucks miteinander zu verbinden. Also fand das Shooting im Kontext des 13. Tango-Balls in Wuppertal statt. Beushausen erzählt: »Nach der Kontaktaufnahme mit dem Veranstalter und den Tänzern war es möglich, am Ende eines unglaublich langen Wochenendes um 23.30 Uhr in Wuppertal, im Café Ada, ein intensives Tanzfoto zu machen. Nur wenig Licht stand zur Verfügung, was den Einsatz eines kleinen ›Lichtriesen‹ erforderlich machte.« Die spannungsvolle Erotik wird durch die Betonung der Rippe der Tänzerin Diana noch gesteigert. Das Foto, hier monochrom präsentiert, unterstützt den Ausdruck des Schmuckes von Matthias Grosche. Die Umarmung auf dem Foto findet ihr Pendant in der geschlossenen und intimen Form des Schmucks.
Kunde: Juwelier Grosche, Castrop-Rauxel, Grafik: Daniel Balzer

Ein Auftraggeber Beushausens ist die Krankenhausgemeinschaft Herne. Dieses Shooting fand statt im EVK. Es ist ein typisches Dokumentarfoto für die Chirurgie. Die Situation: Im OP herrscht große Konzentration. Von der Kompetenz der Ärzte hängt häufig das Leben bzw. auch die Lebensqualität der Patienten ab. Beushausen erklärt: »Mir war es wichtig eine Situation zu finden, die auf der einen Seite den kompetenten Partner Arzt bei der Arbeit konzentriert und aufmerksam zeigt, auf der anderen Seite den Betrachter aber nicht mit einem übermäßigen erschreckenden Moment konfrontiert. Die Farben Grün und Blau dominieren und strahlen Sauberkeit und Hyxgiene aus. Das OP-Feld ist weiß überstrahlt, um den Eingriff im Detail nicht zu stark in den Focus zu rücken.«

Artikel von S. 50 in Ausgabe 70 (12.2009)

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