KULTUR

Zur neu-gestalteten Stadtmagazin-Webseite
(seit 2010 erscheinen dort alle neuen Inhalte)

oben: Das Motto des Projekts ›Pottfiction‹, einer Aktion verschiedener Theater im Ruhrgebiet anlässlich der Kulturhauptstadt 2010, gefördert durch die RUHR2010 und die Stiftung Mercator. Foto: Clarissa Schröter
mitte: Peter Adrian Krahl
unten: Michael Schmidt






www.pottfiction.de

Pottfiction
Wie stellst Du Dir Deine Zukunft vor und was bist Du bereit, dafür zu tun?

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Im Anschluss an die Organisation des Kinder- und Jugendtheaters 2008 in Castrop-Rauxel steht für das WLT im Zuge der Kulturhauptstatt 2010 ein weiteres spannendes Projekt auf dem Plan: ›Pottfiction‹. Eine gemeinsame Aktion verschiedener Kinder- und Jugendtheater aus dem Revier, unterstützt von der Ruhr 2010 und der Stiftung Mercator. Das übergeordnete Motto lautet: ›Wie stellst Du Dir Deine Zukunft vor und was bist Du bereit, dafür zu tun?‹ Jedes Theater hat zusätzlich noch sein eigenes Motto, und so stellt das WLT seine Arbeit mit den Jugendlichen unter die Überschrift ›Macht und Demokratie‹.

Hauptverantwortlich für das ›Pottfiction-Projekt‹ in Castrop-Rauxel zeichnet Schauspieler und Theaterpädagoge Michael Schmidt, unterstützt von seinem Kollegen Peter Adrian Krahl, der in Datteln die Leitung hat. »Die Jugendlichen treffen sich in regelmäßigen Abständen in der Janus Korczak Gesamtschule und bereiten insgesamt 95 Thesen mit damit verbundenen Aktionen zum Thema ›bessere Zukunft‹ vor, die sie während der kommenden Monate durchführen werden«, erläutert Krahl. Dabei kann es sich um Aktionen in der Öffentlichkeit, um kleine Theaterszenen oder andere künstlerische Happenings handeln. Mit theaterpädagogischen Methoden lernen sie etwas über sich selbst, arbeiten an ihren kommunikativen Fähigkeiten, bauen Hemmungen und Ängste ab. Sie setzen sich auf künstlerische Weise mit ihrer Lebenswirklichkeit und ihrer Umwelt auseinander und machen die Erfahrung, dass sie auch in der Öffentlichkeit eine Stimme, ein Gewicht haben und mit ihren Aktionen wahrgenommen werden. Eine Erfahrung, die wichtig ist und motiviert.

»Die Jugendlichen entwickeln ihre eigenen Ideen«, erläutert Michael Schmidt die Kernidee. »Wir geben nur Hilfestellung bei der Umsetzung.« Dabei ist letztlich alles möglich, vom Straßentheater über Straßenmalerei bis hin zur Inszenierung von Theaterstücken oder so genannten ›Flashmobs‹, kurzen, scheinbar spontanen Menschenansammlungen auf öffentlichen Plätzen. »Eine Aktion bestand darin, in Castrop-Rauxel, Datteln und Recklinghausen Pflanzensamen in Butterbrottütchen an Passanten zu verschenken«, so Krahl. Das Motto: ›Unser Ruhrgebiet soll grüner werden.‹ Gedacht als Konzept für eine bessere Welt und den bewussten Umgang mit der Natur. Weitere Aktionen stehen auf dem Programm: »Das Thema Jugend und Alkohol ist uns wichtig. Wir werden also in der Öffentlichkeit testen, wie leicht es für Minderjährige ist, an Alkohol heranzukommen«, erläutert Michael Schmidt. Sein Fazit bis dahin: »Wir erleben die Jugendlichen als sehr engagiert und klug, und es macht unheimlich viel Spaß, mit ihnen zu arbeiten.« Mitmachen können übrigens alle, die sich dafür interessieren. CvO

Artikel von S. 49 in Ausgabe 70 (12.2009)

zum Seitenanfang | Inhaltsverzeichnis | andere Stadt / Home | Impressum

Archivierte Beiträge
Rubrik: In der StadtKulturKulinarischesSport & Freizeit
Bauen & WohnenHeiteres & BesinnlichesWissenswertes